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Auf den Spuren Fontanes – Radtour 2017

 

Theodor Fontane war überall, hört man, wenn man im Märkischen unterwegs ist. Neun Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe machten sich auf den Weg, um zu erfahren, was Theodor Fontane über Dörfer, Menschen und die Natur in unserer Umgebung geschrieben hat. Unser bester Freund war das Fahrrad.

Aber vor dem Radfahren mussten wir uns erst mit Fontanes Werk „Wanderungen durch die Mark“ auseinandersetzen. Jeder bekam einen Abschnitt und sollte einen kurzen Vortrag über ausgewählte Orte vorbereiten. Der Schreibstil ist doch recht gewöhnungsbedürftig für uns. Unsere erste Station am nächsten Tag war Löwenbruch mit Herrenhaus und Kirche. Nach dem kleinen Schülervortrag folgte eine Besichtigung der Kirche, die - typisch für die Gegend eine Patronatsloge und eine Galerie besitzt. Dann ging es über die meliorierten Felder über Jünsdorf nach Diedersdorf und weiter nach Großbeeren.

Da kurz vorher eine kleine Brücke über einen der vielen Gräben abgerissen wurde, mussten wir einen großen Umweg fahren. Nun am Ort der Schlacht von Großbeeren erfuhren wir mehr über die Schlacht. Wer wusste schon, dass hier die napoleonischen Truppen an der Einnahme Berlins gehindert wurden, denn Bülow wollte, dass (ihre) „Knochen nicht vor Berlin bleichen (sollten), sondern rückwärts“. Bei Fontane liest man auch etwas über die Zauche und den Teltow sowie von verschwundenen Nutheburgen. Und da kommt Saarmund ins Spiel. Interessant ist, dass schon Fontane über das triste Aussehen des Hotels „Stadt Leipzig“ klagte. Auf dem Galgenberg hatte er noch eine schöne Aussicht genießen können. Heutzutage kann man wegen der Bäume Potsdam und Trebbin nicht mehr sehen. Theodor Fontane war ein Freund des märkischen Adels. So schrieb er über die Schlabrendorfs, die Thümens und Knesebecks, allesamt Gutsherren. Die Spuren derer von Schlabrendorf kann man noch auf dem Friedhof mit Grab und Totenhalle sehen. In Großbeuthen merkt man dem Herrenhaus nicht an, dass es einmal einen König als Quartier diente, nämlich Friedrich-Wilhelm IV. Während Fontane in Trebbin „die Kirche so trist wie die Stadt und die Stadt so trist wie die Kirche“ fand, konnten wir auf dem Turm Richtung Löwendorf die herrliche Aussicht auf märkische Wälder und am Horizont auf Berlin genießen.

Die Fahrt nach Blankensee über Glau war angenehm, da es einen Fahrradweg gibt. In Blankensee herrschten über 400 Jahre die Thümens, wovon das Gutsschloss und die Kirche zeugen.

Am letzten Tag fuhren wir an Mais- und Sonnenblumenfeldern vorbei nach Saalow, wo Familie Schadow wohnte. Gottfried Schadow, so hörten wir, war ein berühmter Bildhauer, der z.B. auch die Quadriga auf dem Brandenburger Tor schuf. Bemerkenswert ist die Scheunenwindmühle – ein Technikdenkmal, das wir uns auch von Innen anschauten. Zurück ging es über mäßig befahrene Straßen und leider auch von Werben nach Wietstock über einen sandigen Waldweg. Anstrengend, aber dennoch schön war die Woche,  denn wir hatten tolles Wetter und zum Glück hielten sich die Fahrradpannen in Grenzen.   Paul Gericke/Frau Arens 18.7.17

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